Ich werde Salka geheißen und stamme aus der Sippe der Falkyar vom Clan der Eisfalken, in dessen Gemeinschaft ich vor beinahe siebenundzwanzig Wintern geboren wurde.
Meine Sippe siedelt am großen Fjord des Schneegrenztales, welches im Norden Arasteas gelegen ist und an das große Nordmeer grenzt.Kalt und stürmisch war dieses Land, welches die Ahnen einst für sich auserkoren hatten und wenig fruchtbaren Boden gab es zu bestellen.
Der Mutter meiner Mutter wurde eines kalten Winters meine Obhut aufgetragen, als meine Eltern mit anderen Bewohnern des Dorfes auswanderten, von der Hoffnung getragen, an einem anderen Orte fruchtbareres Land zu finden, auf das unser Auskommen sich bessern und das Überleben der Dorfbewohner gesichert sein würde. Doch der Winter war zu kalt und niemand wurde nach dem Aufbruch jemals wiedergesehen. So wuchs ich bei der Mutter meiner Mutter auf, die mich wie ihr eigenes Kind ernährte, unterrichtete und auf die Gegebenheiten des harten Lebens vorbereitete.
Um den Schmerz der Trauer über meine verlorenen Eltern zu mildern, schenkte sie mir eines nebeligen Abends etwas, dass mein Leben in eine andere Richtung lenken sollte, da ich durch dieses meine Fähigkeit entdeckte den Ruf der Ahnen zu vernehmen. Sie unterwies mich in alten Ritualen um ihren Ruf zu deuten, wie auch sie diesen alle Zeit ihres Lebens zu deuten vermochte. Geachtet und doch befremdlich trennte mich diese Gabe von den meisten meiner Clanmitglieder, die nicht vernahmen was ich nun zu vernehmen bereit war. Der Schleier des Todes, der die meisten von den längst verschiedenen Ahnen trennte lichtete sich in meinen Augen und so folgten alle Clanmitglieder nicht nur der Pflicht Rugin und Frega zu dienen sondern auch den Ruf der Ahnen zu achten. Clanmitglieder, die den Ruf nicht ehrten und befolgten, waren bald selbst hinter den Schleier getreten.
Eines Winters schien uns die Vergangenheit in noch grausamerer Weise einzuholen als sie es damals tat. Es war nun nicht mehr nur die Kälte, die uns zu schaffen machte, sondern auch das Vieh, welches sich nicht mehr vermehren wollte. Die Ahnenfrauen unseres Clans trafen zusammen, um sich in Gemeinschaft dem Ruf der Ahnen zu öffnen und ihren Rat zu empfangen. Sie wiesen uns an gen Süden zu ziehen. Dort sollten wir frisches Getier suchen, welches sich mit frischem Blut unter unser Vieh mischen konnte. In Zuversicht und Hoffnung zogen einige Clanmitglieder aus, um dem Ruf der Ahnen Folge zu leisten, war es doch die einzige Möglichkeit die sich uns bot.
Gemeinsam mit Goderik, seiner Frau Tindra, die ebenfalls den Ruf der Ahnen vernahm, und Alrik ihrem Neffen zogen wir aus in eine ungewisse Zukunft in das südliche Schneegrenztal. Kurz nach unserem Aufbruch stieß noch Nerak Jolfson zu uns und vertrat einen Nachbarsclan. Alsbald mussten wir rasten um zu neuen Kräften zu gelangen und so machten wir in einer kleinen Schenke am Waldrand von Rodenzia halt, bevor es am nächsten morgen weiter gehen würde.